Quadro-Action


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Quadro Aktionen - unsere Aktivitäten für die Quadrophonie


Nach über 30 Jahren des Bestehens der "Quadro-Action" will ich einmal über unsere Initiative und auch andere Quadro-Aktivitäten berichten. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es auf dem Gebiet von Audio und auch Video außer bei uns Quadro-Freaks keinerlei Sammlungen oder Initiativen gibt, die von Verbrauchern initiiert sind. Es gibt zwar alle möglichen Vereine - angefangen bei Anglern oder Taubenzüchtern und sogar für Drehorgeln oder Liebhabern mechanischer Musikgeräte - aber nichts z. B. für Dolby Digital, ES/EX oder überhaupt dem Video-Surrrund wenn man von einem sechs Monate währenden Sammlungsversuches eines THX-Clubs vor einigen Jahren einmal absieht, wobei die Fixierung auf ein spezielles Detail ohnehin keinen Sinn macht. An der Quadrophonie muss also doch etwas dran sein, so dass es seit 1978 sogar mehrere Quadro-Initiativen gegeben hat.

Es ist eben doch ein besonderer Surround-Sound, der das Gemüt der Klanggenießer intensiver anspricht, so dass man einfach nach mehr verlangt - garniert mit einer Prise Wut über den Umstand, dass in den 70er Jahren der Verbraucher das erste Mal so richtig über den Tisch gezogen wurde. Die Situation war für uns damals so, als wenn man heute wieder das Schwarz-Weiß-Fernsehen einführen würde. Unverständlicher Rückschritt auf der ganzen Linie, was wir nicht akzeptieren konnten und wollten. Um die bis dahin alleinstehenden und ratlosen Quadro-Fans zu sammeln und zu motivieren, bildeten sich in den USA 1978 zwei Quadro-Clubs: "Evolution" (Die Sound-Evolution von Stereo zu Surround) sowie "Multi-Channel-Sound" (als stellvertretender Ausdruck für Quadro). Beide Vereine haben damals auch die ersten besseren Quadro-Decoder (Space & Image Composer, Tetrasound bzw. Tate II) unter das Quadro-Volk gebracht. Leider gingen dann diesen Aktivitäten 1984 bzw. 1986 aus mehreren Gründen die Puste aus. Die Quadro-Szene in den USA besteht heute aus einigen Inseln weiterhin engagierter Fans und Sammler, aber es fehlt die gemeinsame Plattform, die auch nicht durch individuelles Internet-Surfen ersetzt werden kann. Einige der dortigen Quadro-Fans haben auch zur "Quadro-Action" gefunden, insbesondere, nachdem ein neuer Anlauf eines Quadro-Forums nach kurzer Zeit gescheitert war. Dieser "Quadtrade" existierte von 1994-1996. Danach fand es der Initiator interessanter, zu dts in den Vertrieb zu wechseln.

Auch in Holland gab es eine Surround-Initiative. Leider befaßte sich das "Surround-Sound" genannte Info ausschließlich mit dts - von Titelauflistungen bis zu Händler-Listen - war also einfach zu speziell ausgerichtet.

Auch wenn diese ganzen Aktivitäten leider zu kurz gelaufen sind, so ist den Betreibern dennoch zu danken, haben sie doch einige Jahre mitgeholfen, den Quadro-Gedanken zu erhalten.

Ich hatte mir für die "Quadro-Action" von Anfang an ein anderes Konzept zurecht gelegt. Mir war klar, dass ein "Hobby-Verein" immer auch eigenes Geld kosten würde. So bin ich unabhängig von Mitgliedzahlen, wenngleich es erfreut, wenn diese möglichst hoch sind. Dann ging es mir von Anfang an nicht darum, nur interne Beschau zu halten, sondern immer auch nach Außen zu wirken. Es begann 1980 mit diversen Anschreiben der Schallplatten-Firmen und dem Echo von dort, dass man mit der kommenden CD viel leichter vier Kanäle speichern könne (aber dann doch nicht wollte) und reichte in mehreren Wellen bis zum 14-seitigen Appell 2000 an die Industrie, endlich mit neuem digitalen und möglichst quadrophonen Surround anzufangen.

Diese aufwendigen und teuren weltweiten Aktionen wurden mir auch durch einige Großspender aus unseren Kreisen erleichtert.

Weitere Aktivitäten waren mehrere öffentliche Quadro-Vorführungen. Die größten waren auf einer HiFi-Messe in Essen 1984, als wir eine Woche lang nonstop Quadro vor einem begeisterten Publikum vorführten. Unsere Umfragen ergaben eine 98%ige Zustimmung zu Quadro.

Auch konnten wir mit unserer Pressearbeit ebenfalls Mitte der 80er erreichen, dass der damalige Cheftonmeister des Schweizer Rundfunk DRS sich mit der Quadrophonie befasste und mehrere Quadro-Sendungen durchführte
(über jeweils zwei Stereo-Sender).

Und schließlich wollten wir zeigen, dass wir Verbraucher auch selbst Quadro produzieren können. Um 1990 erstellten wir dann sechs Quadro-Produktionen. Diese Quadro-Surround-Musikproduktion setzen wir nunmehr mit digitalen Tonträgern fort.

In den ganzen Jahren gab es auch immer wieder neue Surround-Moden. Wer Spaß am Spiel oder Probieren hat, kann das alles gerne ausprobieren. Doch der gestandene Quadro-Freak mit langjähriger Eigenerfahrung hinsichtlich Surround sieht da eher gelassen zu, was Neu-Surrounder so alles empfehlen. Von der Diffus-Klangwolke bis zu den inzwischen mehreren separaten Centern vorne und hinten handelt es sich doch nur um Vorgaben, um die Unzulänglichkeiten der Kino-Beschallung zu beheben oder es sind Auswüchse im ständigen Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Kontrahenten Dolby und dts. Doch genau so wie man mit nur vier Druckfarben die ganze Palette an Farbschattierung wiedergeben kann, genügen die vier Basis-Informationen der Quadrophonie für ein perfektes 360° Surround.

Aber wir sind ja für echten Fortschritt und daher wollen wir auch die digitalen multikanalfähigen Formate unterstützen, mit der es zumindest im Grundsatz möglich sein sollte, ein neues quadrogemäßes Surround endlich erneut einzuführen. Die Hauptansprechpartner sind die vielen Musikliebhaber, die heute noch mit ihrer Stereo-Anlage hören.

Dietrich Räsch


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