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Quadro-Kompass

Quadro-Kompass


Wir möchten mit dieser Aufstellung einmal Klarheit in den heutigen Surround-Dschungel bringen, der so manchem davon abhält, sich in dieses Dickicht zu begeben. Wir meinen mit unserer Quadro- und Surroundkenntnis von über 30 Jahren, dass man Gutes nicht richtig verbessern kann, sondern eher verwässern. So wie Mono für die Schelllackplatte steht, so ist es Stereo, also 2-Kanal, für die Langspielplatte und so ist das 4-kanalige Quadro-Surround die eigentliche Technik für digitale Tonträger als weiterer und logischer Schritt in der Kette 1-2-4.

Natürlich steht es jedem frei, sich auch mit den aktuell propagierten Techniken bzw. Kanalkonfigurationen auseinanderzusetzen oder dieses mitzumachen - 7.1 oder sogar 9.2. Unsere Ansichten sind ja kein "Gesetzbuch". Nur wenn man die Gesetzmäßigkeiten einer Entwicklung erkannt hat, dann ist man doch kritischer gegen alles, was man als Neuerfindung des Rades bezeichnen könnte. Und fragt sich: Bringt das wirklich mehr? Denn mehr als 360° geht ja nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Quadro und Surround?

Heute wird oftmals so getan, als sei der richtige Raumklang erst beginnend mit dem analogen Dolby Surround eingeführt worden, was dann später zu Dolby Digital und dts weiterentwickelt wurde. Der Begriff "Surround" wurde aber auch schon in den 70er-Jahren angewendet. Surround ist jedoch etwas nebulös. Welches Surround es gemeint? Wie viele Kanäle? Bei Quadro weiß jeder: 4-Kanal-Surround. Während Quadro bereits in den 70ern von Anfang an die volle HiFi-Qualität in allen Kanälen besaß, hatten erste "moderne" Surround Techniken in den Rückkanälen durchaus weniger. Es war anfangs nur ein Rückkanal, was man dadurch kaschieren wollte, dass man für hinten sogenannte Dipolstrahler propagierte, die den Klang nicht so genau orten ließen. Außerdem war der Frequenzgang in diesem Rückbereich beschnitten. Erst die Digitaltechnik (Dolby und dts) arbeiteten in allen Kanälen in HiFi-Qualität. Auch haben sich mehr und mehr, wie bei Quadro, Direktstrahler für hinten durchgesetzt. Nur werden die Rück- oder Rear-Boxen jetzt oftmals fälschlich als Surround-Boxen bezeichnet. Surround, also rund um, kann aber nur das gesamte Klangbild sein.

Braucht man zuhause einen separaten frontalen Center-Kanal?

Dieser wird wirklich nur im professionellen Bereich benötigt, also im Kino. Dort müssen einige Besucher bei vollem Hause in der ersten Reihe Platz nehmen - und dazu auch noch ggf. weiter seitlich. Bei dieser Hörsituation würde ein in der Mitte des Bildes auftretender Schauspieler jeweils ganz links oder ganz rechts erklingen, abseits der zu sehenden und sprechenden Person. Zuhause sehen sich konzentriert aber allenfalls ein bis zwei Personen ein Stück im Fernsehen oder einen Film an - ggf. auch mit einem großen Bild mittels Projektion. Man kann sich leicht in eine mittige Positionen begeben, sodass die auch schon bei Stereo übliche Phantom-Mittenwiedergabe völlig ausreicht. Hierbei wird der separate Center Kanal, wie er DVD, Blu-Ray oder auch SA-CD und DVD-Audio aufgezeichnet ist, gesplittet von den vorderen Lautsprechern links und rechts in gleicher Intensität wiedergegeben. Dadurch hat man dann einen natürlichen Mitteneindruck. Man muss dabei nur die Einstellung des Players ändern, indem die nicht benötigten Lautsprecher eliminiert werden. Siehe auch Kapitel Subwoofer.

Warum bringt die rund Rundum-Wiedergabe gerade bei Musik den größeren Hörgenuss?

Dass natürliche Geräusche rundum erklingen können, kann jeder ständig leicht nachvollziehen - ob auf der Straße, im Kaufhaus, im Bahnhof usw.. Überall erklingen Geräusche rings um. Daher ist Surround-Sound auch im Heimkino voll anerkannt. Nur bei der Musik tun sich manche schwer und etliche Schreiber in den Zeitschriften, die meinen, sie seien die selbsternannten Gralshüter der wahren Klangkunst (Puristen genannt) wettern gegen eine Surround-Wiedergabe der Musik. Dabei ist das Hochhalten der Stereowiedergabe nur eine Sache der Gewohnheit mit einer Technik aus dem Jahr 1958. Oder es mangelt an der Phantasie, dass es noch anders klingen könnte?

Heute sind wir Jahrzehnte weiter, wo es auf allen Gebieten der Technik Weiterentwicklungen gegeben hat. Warum also in der HiFi "Steinzeit" verharren? Ausschlaggebend für das propagieren des Surround-Sound ist aber die Tatsache, dass unsere Ohren für die 360° Surround Ortung von Natur aus eingerichtet sind. Es verhält sich mit unseren Ohren wie bei allen Sinnen, also Schmecken, Riechen, Sehen. Wir empfinden Wahrnehmungen umso mehr befriedigender, je mehr die Wahrnehmungsmöglichkeiten unserer Sinne ausgeschöpft werden, also buntes Bild (jetzt sogar mehr und mehr 3D) anstelle schwarzweiß und flach, ein opulentes Menü anstelle "Pommes Majo". Und für die Ohren bedeutet die 2-Kanal-Wiedergabe, die nur gegenüber dem 1-Kanal- Mono ein Fortschritt ist, letztlich ein mageres Klangmenü, das nicht richtig sättigen kann. Bei echtem Quadro-Surround können unsere Ohren aber voll im Rundumklang baden und sich satt hören.

Natürlich ist für manchen dieser neue Surround Sound bei der Musik ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran, wenn man nicht mehr an die zuhause doch sowieso nicht vorhandene "Bühne" denkt und sich einfach der von allen Seiten erklingenden Musik hingibt und nun noch genießt.

Wie sieht die ideale Anlage für Surround bei Musik und Video aus?

Selbstverständlich kann jeder das für sich verwirklichen, was in unermüdlicher Entwicklung vorgestellt und in den Handel kommt. Gern auch eine Surround Anlage mit 9.2 Lautsprechern - wobei inzwischen an noch mehr Kanäle und entsprechend noch mehr Lautsprecher gedacht wird. Aber ein Grund, weshalb es mit der Quadrophonie in den 70er-Jahren nicht geklappt hat (der noch heute wieder zu erreichende Klangfortschritt ist bereits vor 40 Jahren! eingeführt worden), war der Umstand, dass diese Technik, noch analog arbeitend, für viele zu kompliziert in der Anwendung war.

Man brauchte spezielle Tonabnehmer und musste die Anlage erst mittels einer Justageschallplatte einstellen. Das machten nur relativ wenige unerschrockene und begeisterte Musikhörer mit. Mittels digitaler Technik ist Surround im Prinzip zwar einfacher geworden, aber dafür gibt es wiederum für etliche Musikhörer zu viele und zu komplizierte Einstellmöglichkeiten der Surround Anlage, insbesondere der AV Surround-Receiver und zu viele aufzustellende Lautsprecher. Wir sagen aber aus Erfahrung der 70er-Jahre, dass es für Surround eine einfache Bedienung geben muss mit direkter Einstellung am Gerät ohne hin-und herspringen in Bildschirmmenüs und mit nur den wirklich erforderlichen Lautsprechern, also vier. Auch sollten Surround Tonträger einfach abzuspielen sein, ohne Jingleton zu Beginn und diversen Einstellmöglichkeiten. Daher propagieren wir weiterhin die Quadro-Surround-Wiedergabe, denn Einfachheit ist das Geheimnis des Erfolgs.

Die Gestaltungsmöglichkeiten des Surround-Sounds

Die neuen - oder doch eigentlich gar nicht so neuen - Möglichkeiten des Surround-Sounds bei der Wiedergabe von Musik werden in der Klassik oftmals nur genutzt, den Raumhall besser darstellen zu können oder auch das Publikum an der richtigen Stelle klatschen zu lassen, das bei Stereo akustisch unnatürlich mit auf der Bühne sitzt.

Im Bereich des Pop und Jazz wurde und wird der Surround-Sound weit kreativer eingesetzt. Bei der Kunst kann es keine Vorschriften geben. Hier gilt nur die Kreativität und der Einfallsreichtum des Künstlers oder des künstlerischen Teams. Ob eine Surround-Abmischung gelungen ist erkennt man daran, ob diese entsprechend des jeweiligen Musikcharakters vorgenommen wurde. Von subtilen Klangtupfern ringsum bis zu kräftigem Ansprechen aller Kanäle.





Aber auch bei Klassik richtig, weil ohne puristischen Einengungen angewandt, kann der Surround-Sound die einzelnen Klanggruppen bzw. Instrument durchhörbarer und feiner aufgelöst erklingen lassen, indem hier die Musik ringsum erklingt. Bei den erweiterten Surround-Sound ist die Surround-Oper sozusagen ein "Muss".


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